Start Finanzen & Wirtschaft Wirtschaft Warum progressive Steuern schwieriger zu messen sind, als Sie denken

Warum progressive Steuern schwieriger zu messen sind, als Sie denken

Eine progressive Steuer belastet den Geldbeutel einer reichen Person mehr als die einer armen Person. Es geht nicht nur darum, mehr Dollar zu nehmen. Es geht darum, denjenigen, die am meisten haben, einen größeren Prozentsatz der Ressourcen abzunehmen. Das Gegenteil ist eine regressive Steuer, die niedrigere Einkommen im Verhältnis zu ihrem Gesamtvermögen stärker trifft.

Die Logik hinter der Progressivität ist einfach genug. Ökonomen nennen es den sinkenden Grenznutzen des Konsums. Einfach ausgedrückt bedeuten tausend Dollar mehr für einen Milliardär weniger als für jemanden, der von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck lebt. Wohlhabende Menschen können es sich leisten, einen größeren Teil ihres Einkommens abzugeben, ohne zu verhungern. So lautet zumindest die Theorie.

Aber messen, wie fortschrittlich ein System tatsächlich ist? Da wird die Mathematik chaotisch.

Die Kopfschmerzen im Haushalt

Man kann einen Steuersatz nicht im luftleeren Raum betrachten. Man muss sich die Einheit ansehen, die besteuert wird. Ist es das Individuum? Oder ist es der Haushalt?

Vergleichen Sie zwei Welten. In einem Fall besteuern Sie individuelle Löhne. Im anderen Fall bündeln Sie alle Löhne eines Haushalts und versteuern diese Summe. Was ist progressiver? Es hängt ganz davon ab, wie Sie die Daten aufteilen.

Wenn Sie die Progressivität durch den Vergleich von Einzelpersonen berechnen, erhalten Sie eine Antwort. Wenn man Haushalte vergleicht, erhält man einen anderen. Die Einkommensverteilung innerhalb eines Haushalts verändert das Gesamtbild.

Betrachten Sie dieses konkrete Beispiel. Sie haben einen Alleinverdiener, der 100.000 US-Dollar einbringt. Dann haben Sie einen Zweiverdienerhaushalt mit einem Gesamteinkommen von 130.000 US-Dollar. Welche Familie ist besser dran? Hat der Alleinverdiener Probleme? Sind die Doppelverdiener im Leerlauf? Um die Progressivität genau zu messen, benötigen Sie eine präzise quantitative Antwort. Den meisten Steuersystemen fehlt es.

Die Zeitfalle

Es gibt noch ein anderes Problem. Sie müssen entscheiden, welchen Zeitrahmen Sie betrachten.

Eine Steuer kann auf Jahresbasis regressiv wirken. Aber im Laufe eines Lebens kann es zu einem enormen Fortschritt kommen. Nehmen Sie die US-amerikanische Sozialversicherungssteuer.

Sie wird nur bis zu einer inflationsbereinigten Lohnobergrenze erhoben. Sobald Sie über diese Obergrenze hinaus verdienen, zahlen Sie keine Sozialversicherungssteuer mehr. Für sich genommen sieht das regressiv aus. Geringverdiener zahlen einen höheren Prozentsatz ihres Gesamteinkommens in den Topf ein als Gutverdiener. Die Obergrenze schafft eine Obergrenze, die die Reichen unverhältnismäßig abschirmt.

Dabei geht es aber nur um die Eintrittskosten. Was ist mit dem Ausgang?

Mit der Zahlung dieser Steuern verschaffen Sie sich künftige Vorteile. Diese Leistungen sind stark progressiv. Geringverdiener erhalten eine bessere Rendite auf ihre Beiträge als Hochverdiener. Wenn man den gesamten Lebensverlauf betrachtet, gewinnt der Niedriglohnarbeiter. Das System ist fortschrittlich. In der Steuererklärung eines einzelnen Jahres sieht das einfach nicht so aus.

Der Kompromiss zwischen Gerechtigkeit und Effizienz

Es gibt einen bekannten Kompromiss zwischen Progressivität und wirtschaftlicher Effizienz. Es gibt keine maximale Progressivität ohne Konsequenzen.

Stellen Sie sich im Extremfall ein System mit nahezu völliger Lohn- und Gehaltsgleichheit vor. Jeder verdient die gleiche Menge. Was passiert mit dem Arbeitsanreiz? Es verschwindet. Es folgt Stagnation. Ineffizienz wurzelt.

Wie ziehen Sie die Grenze zwischen Gerechtigkeit und Effizienz? Das ist die ständige Debatte in jeder demokratischen Gesellschaft. Wir sind uns alle über die Richtung einig, aber niemand ist sich über das Ziel einig.

Jedes entwickelte Land verfügt über eine Steuergesetzgebung, die ein erhebliches Maß an Progressivität fördert. Aber der Grad variiert stark. In fast allen Bereichen ist die Steuergesetzgebung der Vereinigten Staaten weniger progressiv als die der meisten anderen entwickelten Länder.

Mittlerweile stehen die skandinavischen Länder tendenziell ganz oben auf der Liste. Ihre Systeme gehören zu den fortschrittlichsten der Welt.

Ist das eine gute Sache? Oder tötet es die Gans, die die goldenen Eier legt?

Die Daten zeigen uns, wo die Last landet. Es sagt uns nicht, ob das der richtige Ort ist. Die Zahlen sind eindeutig. Die Ethik ist es nicht.

Exit mobile version