Nach Jahren der Verzögerungen und technischen Überarbeitungen ist die NASA bereit, am Mittwoch die Mission Artemis II zu starten, was einen entscheidenden Schritt in Richtung einer dauerhaften menschlichen Präsenz auf dem Mond darstellt. Bei diesem Flug, der ersten bemannten Mission seit über einem halben Jahrhundert, handelt es sich nicht um eine Landung – die später mit Artemis IV erfolgt –, sondern um einen anspruchsvollen Test der Fähigkeit der Agentur, Astronauten sicher in die Mondumlaufbahn und zurück zu transportieren. Der Erfolg der Mission ist nicht nur für den wissenschaftlichen Fortschritt von entscheidender Bedeutung, sondern auch für die Position der USA in einem erneuten Weltraumwettbewerb mit China.
Warum diese Mission wichtig ist
Die Artemis-II-Mission ist mehr als eine symbolische Rückkehr zur Monderkundung. Es geht darum zu beweisen, dass die USA über die Technologie und die operativen Kapazitäten verfügen, um komplexe bemannte Missionen außerhalb der Erdumlaufbahn durchzuführen. Die Besatzung wird in einem Umkreis von 6.000 bis 9.000 Kilometern von der Rückseite des Mondes fliegen, eine Leistung, die präzise Navigation und robuste Lebenserhaltungssysteme erfordert.
Das ist wichtig, weil der Mond sich schnell zu einer strategischen Hochebene entwickelt. Das erste Land, das dort permanente Stützpunkte errichtet, wird wahrscheinlich den Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen wie Wassereis in den permanent beschatteten Kratern des Südpols kontrollieren – ein potenzieller Wendepunkt für die zukünftige Weltraumforschung und sogar den terrestrischen Energiebedarf. Der Weltraumvertrag verhindert direkte Souveränitätsansprüche, aber operative Sicherheitszonen um frühe Mondsiedlungen werden faktisch für eine faktische Kontrolle sorgen.
Wann und wo zu sehen
Das Startfenster öffnet am Mittwoch, 1. April, um 18:24 Uhr EDT und dauert zwei Stunden. Angesichts der Anzahl der erforderlichen Kontrollen könnte der Start jederzeit zwischen 18:24 und 20:24 Uhr EDT erfolgen. Die NASA hat Backup-Termine bis Montag, den 6. April, und bei Bedarf ein zweites Fenster ab dem 30. April.
Die Live-Berichterstattung auf dem YouTube-Kanal der NASA beginnt um 7:45 Uhr EDT mit den Ladevorgängen der Booster, gefolgt von der offiziellen Missionsberichterstattung um 12:50 Uhr EDT. Zwei Stunden nach dem Start findet eine Pressekonferenz statt.
Was die Crew tun wird
Die vier Astronauten an Bord der Orion-Kapsel werden mit der Space Launch System (SLS)-Rakete der NASA starten. In den nächsten zehn Tagen werden sie:
- Kritische Systeme testen: Lebenserhaltung, Antrieb und Kommunikation für zukünftige Mondlandungen überprüfen.
- Betreten Sie die Mondumlaufbahn: Das Raumschiff wird am fünften oder sechsten Tag in den Gravitationseinflussbereich des Mondes eintreten.
- Navigieren Sie auf der dunklen Seite: Die Besatzung wird während einer 50-minütigen Sperrphase Daten sammeln, wenn sie hinter dem Mond vorbeifliegt, und dabei Technologien nutzen, die weit über das hinausgehen, was während der Apollo-Ära verfügbar war.
- Rückkehr nach Hause: Die Kapsel nutzt die Schwerkraft von Erde und Mond, um Treibstoff zu sparen, und kehrt zum Abspritzen zur Erde zurück.
Die NASA hat fünf Missionsprioritäten festgelegt: Sicherheit der Besatzung, Systemüberprüfung, Datenabruf, Notfallvorsorge und Subsystemvalidierung.
Der Wettlauf ins All zwischen den USA und China
Beim Artemis-Programm geht es nicht nur um Wissenschaft. Es ist Teil eines größeren geopolitischen Wettbewerbs. China verfolgt seine eigenen Mondambitionen aggressiv und plant, vor 2030 weitere Chang’e-Robotermissionen und einen bemannten Lander zu starten.
Die USA stehen unter dem Druck, ihre Führungsrolle im Weltraum zu behaupten. Obwohl die NASA mit einem geringeren Budget als während des Kalten Krieges arbeitet, verlässt sie sich auf private Partner wie SpaceX und Blue Origin, um die Mondentwicklung zu beschleunigen. Die erste Mondsiedlung wird den künftigen Zugang zu wichtigen Ressourcen bestimmen, und die USA wollen ihre Position vor China sichern.
Was passiert als nächstes?
Die Roadmap der NASA verändert sich. Artemis III, ursprünglich für eine Mondlandung vorgesehen, wird sich nun auf das Testen von Anzügen und Transportmodulen im Erdorbit konzentrieren. Die erste bemannte Landung wird wahrscheinlich mit Artemis IV erfolgen, aber die Streichung der Gateway-Station erschwert die Logistik.
Der langfristige Plan sieht ein schrittweises Projekt zum Bau einer Mondbasis vor, dessen Kosten auf fast 10 Milliarden US-Dollar geschätzt werden. Die Beherrschung des Mondabstiegs mit neuer Technologie ist der entscheidende erste Schritt.
Letztendlich ist die Artemis-II-Mission nicht nur ein Test für die Technologie, sondern auch für die Ambitionen der USA in einer neuen Ära des Weltraumwettbewerbs. Ihr Erfolg wird darüber entscheiden, ob die Nation ihre Vorherrschaft auf dem Mond und darüber hinaus zurückgewinnen kann.


























